Vom Lehrpfad bis zur Klimakonferenz

  • Werte und Verantwortung | 12.02.2021

Schöpfungsverantwortung ist ein zentrales Element im Bildungsauftrag der Katholischen Schulen im Erzbistum München und Freising. Wie ist das im pädagogischen Konzept der Schulen verankert? Wie wird der Anspruch im Alltag konkret umgesetzt? Und wie werden Lehrkräfte und pädagogisches Personal für das Thema sensibilisiert? Eine neue Broschüre des Erzbistums gibt Antworten und stellt Projekte aus den Schulen vor.

 

Seit 2015 gelten im Erzbistum München und Freising die sogenannten Nachhaltigkeitsleitlinien. Damit bekennen sich die Verantwortlichen dazu, Schöpfungsverantwortung in den Mittelpunkt des eigenen Handelns zu stellen und sich in allen Bereichen konsequent danach auszurichten. Bildung kommt dabei eine Schlüsselrolle zu, wie es in der im Januar 2021 veröffentlichten Broschüre zum Thema Schöpfungsverantwortung der Erzbischöflichen Schulen heißt. „Kinder und Jugendliche wollen aktiv sein, wollen etwas gestalten, zum Positiven verändern. Gerade an kirchlichen Bildungsorten wollen wir Kindern und Jugendlichen solche Möglichkeiten eröffnen und wir wollen ihnen zeigen, dass sich auch Erwachsene intensiv Gedanken über die Zukunft machen und durch die Entscheidungen, die sie treffen, glaubwürdige Vorbilder sind“, schreibt Ordinariatsdirektorin Sandra Krump in der Veröffentlichung.

Begegnungen auf Augenhöhe

Neben der Verantwortung der Erwachsenen seitens des Schulträgers und in den Schulen vor Ort, sei es zudem wichtig, auf Augenhöhe mit den Kindern und Jugendlichen zu sprechen, so Krump. Ein Beispiel dafür, dass dieses Ziel bereits umgesetzt wird, ist die „Kleine Klimakonferenz“, in der sich Schüler und Lehrer Katholischer Schulen in Trägerschaft des Erzbistums München und Freising im Juli 2019 über ihren Beitrag zur Bewahrung der Schöpfung ausgetauscht haben. Gemeinsam mit Kardinal Reinhard Marx und Vertretern der Ordinariatsleitung diskutierten die Jugendlichen über einen verbindlichen Einsatz in Sachen Nachhaltigkeit, Umweltschutz und Klimagerechtigkeit.

Leuchtturmprojekte an Erzbischöflichen Schulen

Auch darüber hinaus setzen sich Schülerinnen und Schüler, Lehrkräfte, pädagogisches Personal und Eltern an vielen Schulen des süddeutschen Erzbistums mit vielfältigen Projekten für den Umweltschutz ein. So machen die Schülerinnen des St.-Ursula-Gymnasiums in Lenggries seit mehreren Jahren mit einem rund 1.000 Quadratmeter großen Irrgarten aus Hecken auf den ökologischen Fußabdruck aufmerksam, den jeder Mensch auf der Erde hinterlässt. Am Maria-Ward-Gymnasium in München stellt eine Gruppe unter dem Namen „MyCleanBottle“ personalisierte Filzhüllen für Glasflaschen her. Und die im Schuljahr 2019/2020 neu gegründete Franziskus-Grundschule legt ihren Schwerpunkt auf Erziehung und Bildung zur Schöpfungsverantwortung.

Fachberaterin unterstützt Umweltteams

Unterstützung erhalten die Umweltteams der insgesamt 26 Erzbischöflichen Schulen auch von Seiten des Trägers. Seit 2019 berät und vernetzt Johanna Tyllack, Lehrerin am Münchner Edith-Stein-Gymnasium und Leiterin der dortigen Umweltgruppe, die Schulgemeinschaften als zentrale Fachberaterin. Zur Finanzierung ihrer Umweltprojekte stehen jeder Schule pro Schuljahr 1.500 Euro zur Verfügung. Zudem ist für Herbst 2021 eine groß angelegte Weiterbildungsmaßnahme für Lehrkräfte rund um das Thema Schöpfungsverantwortung geplant.

Broschüre als PDF

Diese und viele weitere Projektideen, Anregungen und Hintergründe zum pädagogischen Konzept sind in der Broschüre des Erzbistums München und Freising zu finden:

Broschüre "Schöpfungsverantwortung" an Katholischen Schulen im Erzbistum München und Freising

Der Bereich Schöpfungsverantwortung ist einer von insgesamt vier Profilfeldern, die in der Grundlagenbroschüre „Auftrag und Zukunft“ für die Schulen in Trägerschaft des Erzbistums München und Freising benannt sind. Neben der Bewahrung der Schöpfung sind dies Bildung in der digitalen Welt, Ganztagsbildung und Religiöse Bildung und Erziehung.

(mam)

 

 

 

"Wissen fällt ja nicht vom Himmel"

Seit Monaten demonstrieren Jugendliche weltweit für den Klimaschutz. Im Erzbistum München und Freising haben sich nun Schüler, Lehrer und Entscheidungsträger aus dem Erzbischöflichen Ordinariat im Rahmen einer Klimakonferenz über Schöpfungsverantwortung ausgetauscht. Wir haben mit Sandra Krump, Leiterin des Bildungsressorts im Ordinariat München und Freising, über die Ergebnisse des Treffens, Fridays for Future und die Bedeutung von Umweltschutz an kirchlichen Schulen gesprochen.

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